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Alle Artikel von Kai - 3. Seite

Meine Zeit in Nambala – Reisebericht von Saskia

Alinde, ihre Mutter und ich

Seit knapp zwei Wochen bin ich nun in Tansania und habe schon die schönen, aber auch die erschreckend armen Seiten des Landes zu sehen bekommen. Tamari (Barakas Frau), Gudila (Sozialarbeiterin und Kollegin Barakas), ihr Ehemann und Nehemia (Cousin Barakas) haben mich am Flughafen abgeholt und mir in den folgenden Tagen die Gegend gezeigt und ihre Arbeit näher gebracht. Ich bin  die nächsten drei Monate bei Anna und Patrick Mshana untergebracht. Wer diese Familie kennt, weiß um ihre unwahrscheinliche Gastfreundschaft. Generell sind die meisten Menschen hier sehr gastfreundlich. Da macht es auch nichts aus, wenn man zum Osteressen unbekannter Verwandter  oder zur Taufe noch unbekannterer Kinder eingeladen wird.

Da ich während der Osterferien gekommen bin, wird sich meine Arbeit auf Ende April verschieben. Baraka und Nehemia haben mit mir in den letzten Tagen die Familien der Kinder besucht, die durch ihre Arbeit und mithilfe der Naturfreund/inn/e/n unterstützt werden. Wir besuchten unter anderem die Familie Gisanga. Da gerade Regenzeit herrscht, war  der Weg zu ihrem Haus etwas abenteuerlich. Man fährt zunächst mit dem Motorradtaxi (Boda Boda) eine vom Regen aufgeweichte „Straße“ entlang, läuft kilometerweit durch Maisfelder, durchquert einen Fluss, bis in den unendlichen Weiten das Grundstück der Familie Kisanga erscheint. Durch Spendengelder konnte der Familie ein neues Haus gebaut werden. Noch befindet sich das Haus sehr im Rohbau. Ich hoffe aber, dass sie sehr bald dort einziehen können.  Jorna, der Sohn der Familie, ist durch seine körperliche Behinderung stark eingeschränkt. Die raue Umgebung seiner Heimat ist wohl alles andere als „barrierefrei“, jedoch hat er Mittel und Wege gefunden, sich dieser anzupassen.

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Reisebericht von Regine Zimmerer vom Februar 2017

Mädchenwohnheim

Im Februar habe ich meine tansanischen Freunde und das Projekt mal wieder besucht. Während meiner Besuche bei verschiedenen Schulen, der neuen Mikrofinanzgruppe, und dem Mädchenwohnheim bin ich vielen engagierten, mit dem Projekt verbundenen Menschen begegnet.

Das kooperative Miteinander war überall zu spüren. Letztes Jahr haben meine Freunde und ich bei unserem Besuch das Geld zur Gründung der zweiten Mikrofinanzgruppe als Spende übergeben. Jetzt konnte ich mich davon überzeugen, dass die Gruppe sehr aktiv ist. Ich konnte an einem der regelmäßigen Treffen teilnehmen und mich dank Tamaris Übersetzung auch mit den Gruppenmitgliedern austauschen. Mit Gudila habe ich das Mädchenwohnheim besucht und ein Gespräch in Sachen Hygiene und Aufklärung miterlebt. Die Mädchen haben mir stolz das Haus gezeigt. Es sieht komplett ordentlich, sauber zum Wohlfühlen aus.

Nachhaltige Nutzung!

Baraka ist dabei, alle Patenkinder in ihren Schulen zu besuchen und die zu verteilenden Gelder zu überbringen. Gleichzeitig werden Infogespräche mit den Kindern und den Lehrern geführt. Schüler, die nicht zur Schule gehen, werden zu Hause besucht, um den Grund des Fernbleibens zu erfahren.
Gelingt es nicht, den Schulbesuch wieder in Gang zu bringen, läuft die Förderung aus. Wie bei uns gibt es auch in Tansania schulmüde Kids oder Jugendliche, die lieber Geld verdienen wollen, als weiter zur Schule zu gehen. Die Gespräche, die Baraka mit den Schülern, den Verwanden, den Schulen und den Honoratioren der Wohnorte deshalb führt, sind mitunter sehr anstrengend, oft mit weiten Wegen verbunden und deshalb ziemlich zeitaufwändig. Ich habe mich gefragt, wie er das alles in den letzten Jahren neben seinem Job geschafft hat.

Es war schön für mich, soviel Aktivität mitzuerleben. Jetzt freue ich mich auf den Besuch unserer tansanischen Freunde in zwei Monaten bei uns.

Eure Regine

Wiedersehen in Nambala – Reisebericht von Carmen vom Februar 2017

Zweieinhalb Jahre sind schon wieder vergangen, seit ich sechs Wochen hier in Tansania verbracht habe. Und es ist unglaublich, wie schnell die Zeit verflogen ist. Umso schöner war es, Ende Februar wieder hierher zurückzukehren…und diesmal nicht allein. Mein Mann Klaus und ich haben unseren Urlaub hier verbracht und er konnte Tansania und die Arbeit zum ersten Mal vor Ort kennen lernen. Das war sehr schön. Eine Woche haben wir gemeinsam mit Baraka und Tamari verbracht, die uns mit einer so großen Gastfreundschaft und Herzlichkeit aufgenommen haben. Neben dem Wiedersehen mit vielen lieben Menschen und gemeinsamen Ausflügen waren besonders die Besuche der verschiedenen Projekte sehr beeindruckend und bewegend für mich – allem voran der Besuch in der Sekundarschule in Kikwe. Im Büro des Schulleiters hingen sogar noch Fotos vom Aktionstag, den wir damals gemeinsam mit den Schülern veranstaltet haben.

Das Gebäude ist trotz einiger Gebrauchsspuren noch in wirklich gutem Zustand und es ist so schön zu sehen, wie rege es von den Schülern genutzt wird. Bei unserem Besuch hatten auch alle Tische und Stühle Gummistopper, die verhindern, dass das Metall die Fliesen zerkratzt. Darüber habe ich mich sehr gefreut, da das ja ein Kritikpunkt beim Besuch der Reisegruppe letztes Jahr gewesen war. Das hat mir gezeigt, dass auch Kritik gute Früchte trägt und wirklich darauf geachtet wird, sorgsam mit allem umzugehen. Auch unser „Tree of Life“ schmückt das Klassenzimmer nach wie vor und erinnert an den Einsatz der Schüler. An die Schule zurückzukehren, in der ich so viel Zeit verbracht hatte, war toll – aber auch traurig, weil ich natürlich auch an Philipo denken musste… Es ist toll, dass das neue Hostel seinen Namen trägt. Und von dem waren wir wirklich begeistert. Bisher hatten wir es ja nur auf Fotos gesehen. Es ist nach wie vor in einem tadellosen Zustand und die Mädels freuen sich sehr über ihre neue Unterkunft. Es gibt sogar einen zentralen, verbindlichen Putzplan    Es ist einfach eine riesen Verbesserung, wenn man es mit dem alten Gebäude vergleicht oder überlegt, welche Schulwege einige der Mädchen vorher zurücklegen mussten. Auch der Bau des Hauses für die Familie Kisanga geht gut voran. Das Dach ist schon drauf und die Vorfreude wächst immer weiter. An so vielen Stellen durften wir sehen, wie die Arbeit in Nambala und Umgebung immer weiter wächst und tolle Früchte trägt. Das hat mir aber auch vor Augen geführt, was für eine wichtige Verbesserung es ist, dass Baraka jetzt richtig angestellt ist. Denn schon allein aufgrund der räumlichen Distanzen, die er zurücklegen muss, brauchen all diese Aufgaben unglaublich viel Zeit und wären „nebenbei“ gar nicht mehr zu stemmen. Und Baraka investiert seine Zeit, Kraft und Energie mit einer Leidenschaft in unser Projekt, die ansteckt. Gleichzeitig bewundere ich ihn aber auch für seine klare Priorität, die Menschen vor Ort zur Selbsthilfe und Beteiligung an den Veränderungen nach ihren Möglichkeiten anzuleiten. Es steckt so ein großes Potential in seiner Arbeit. Dass er das Land, die Gepflogenheiten und die Menschen so gut kennt, ist ein unglaublicher Schatz, von dem unsere gemeinsame Arbeit im Austausch immer wieder profitiert. Auch auf diesem Weg wollen wir noch einmal herzlich Danke sagen für die schöne Zeit mit ihm, Tamari, Patrick, Anna, Gudila und all den anderen.

Eure Carmen

Reisebericht Christina Scheibe 11-2016

Liebe Freunde des Nambala-Hilfsprojekts,

vom 11. – 22. November 2016 war ich mit meinem Mann und 8 weiteren Freunden wieder vor Ort in Tansania. Es war inzwischen mein dritter Besuch in Nambala und ich möchte euch gerne einen kleinen Einblick verschaffen und euch auch meine Gedanken nicht vorenthalten.

Als ich mich vor zwei Jahren von der Mutter meines Patenkindes mit den Worten: „Ich komme nächstes Jahr wieder“ verabschiedet habe, wusste ich nicht genau, ist es nur so daher gesagt oder mache ich es wirklich wahr. Ich habe nach meiner ersten Reise lange gebraucht, wieder richtig in Deutschland anzukommen und einige Dinge sehe ich seitdem völlig anders. Als Ecki 2015 nachfragte, ob ich mit zu dem Workcamp fahren möchte, war ich natürlich sofort dabei. Es war eine sehr schöne Zeit, denn so einen intensiven Kontakt zu den Kindern und Lehrern der Schule in Nambala bekommt man nicht einfach so. Als normaler Tourist schon gar nicht. Ich hatte auch die Möglichkeit, einen ganzen Tag bei der Familie meines Patenkindes zu verbringen. Wir haben gemeinsam gekocht, gegessen, erzählt und waren zusammen auf dem Markt in Tengeru, um das Notwendigste für die Familie Kitomari zu kaufen. Dieses Jahr hat mich dann natürlich wieder das „Heimweh“ gepackt und dieses Mal
wollte auch mein Mann unbedingt mit. Mit der Gruppe von Frank Raabs waren wir im November wieder für zwei Wochen vor Ort. Wir haben die Projekte vom letzten Workcamp angeschaut. Für alle, die dabei waren:

Der gemalerte Klassenraum für die Vorschule in Nambala, wo jetzt 50 Kinder unterrichtet werden, sieht immer noch toll aus. Durch die bevorstehenden Schulferien wurde für den Schulgarten der Wassertank erst einmal abmontiert und da es lange nicht geregnet hat, fehlt es momentan an Wasser. Die Beete sahen super aus und warten eigentlich nur noch auf die neue Bepflanzung nach den Weihnachtsferien. Unsere gepflanzten Bäume sind auf Grund der Trockenheit noch nicht sehr groß, aber sie haben es überlebt!

Wir waren auch im neuen Hostel in Kikwe und ich war wirklich begeistert. Nicht nur von dem Gebäude, sondern vor allem von den Mädchen, die darin wohnen. Ich denke, wenn wir es gemeinsam schaffen, dass alle, entsprechend ihren Fähigkeiten eine Ausbildung erhalten, haben wir wirklich viel erreicht.

Der Besuch bei der Familie Unambwe beschäftigt mich immer noch sehr. Durch den Tod der Mutter Eliambika, die nur 38 Jahre alt wurde und die festgestellte AIDS-Erkrankung der kleinsten Tochter Maurean (11 Jahre), ist dort die Not jetzt besonders groß. Die eingeleiteten Hilfsmaßnahmen in Form von Essen, Doppelbett und Matratze waren erst einmal dringend nötig. Die Unterstützung der Familie muss aber unbedingt weiter laufen, da die große Tochter das alles auf keinen Fall allein bewältigt. Von Ecki habe ich gehört, dass nach dem Hausbau für die Familie Kisanga, spätestens im Juni 2017 mit dem Bau eines Hauses für die 6-köpfige Familie begonnen wird.

Solche Begegnungen gehen immer sehr nahe und ich werde den 14jährigen Isak, der die ganze Zeit nicht einmal gelächelt hat und dessen Augen beim Abschied in Tränen schwammen nicht vergessen.

Auch in diesem Jahr habe ich mich wieder mit den Worten: „Nächstes Jahr komme ich wieder“ verabschiedet und ich denke, dass ich es sicher 2017 auch wieder irgendwie ermöglichen kann.

Eure Christina Scheibe
Mannheim 28.12.2016

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