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Alle Artikel von Kai

Neuigkeiten – September 2020

Gemeinsam gegen COVID-19 – Projektfinanzierung für Nambala–Help

Waschgelegenheit
Waschgelegenheit Typ 1

Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, dieses Projekt in der Region Nambala bis April 2021 umzusetzen. Wir unterstützen damit nachhaltig 15.0000 Menschen, die in der Region Kikwe und Makiba (Mbuguni) leben. Besonders werden wir damit die hygienischen Bedingungen für über 2.500 Schüler und Lehrer an den 10 Grund- und Vorschulen in in Nganana, Nambala, Kikw, Maweni, Karangai sowie an der Sekundarschule Kikwe verbessern.

Die COVID-19 Pandemie stellt eine große Herausforderung auf der ganzen Welt dar. Aber während wir in Deutschland bis jetzt vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen sind, sieht die Situation in anderen Regionen und insbesondere auch in der Sub-Sahara anders aus. Sicher – der Lockdown in Deutschland war für viele Menschen eine große psychische Belastung und teilweise auch eine individuelle wirtschaftliche Herausforderung. Aber wir haben Hilfesysteme. Und wir haben hier in Deutschland noch etwas anders, was ganz grundlegend für die Bekämpfung der Pandemie ist: Wir haben fließendes Wasser, um uns die Hände zu waschen; wir können Desinfektionsmittel kaufen und wir wissen das ein Abstand von 1,5 Metern und das Tragen von Mundschutz die Gefahr einer Ansteckung mindern kann.

Wir werden die Pandemie aber nicht bekämpfen, wenn wir nur auf uns schauen. Denn das Virus kennt keine Grenzen. Der Freistaat Sachsen hat daher ein Sonderprogramm zur Bekämpfung von COVID 19 im globalen Süden aufgelegt. Wir als Naturfreunde Dresden haben daraufhin gemeinsam mit FRI-SUCODE, unserer tansanischen Partnerorganisation, ein Projekt entworfen.

Waschgelegenheit
Waschgelegenheit Typ 2

Seit dem 1. August wird dieses Projekt vom Freistaat Sachsen mit insgesamt 25.000 € gefördert.
Unter dem Projekttitel „Bekämpfung der COVID-19 Pandemie in Verbindung mit Maßnahmen gemeinschaftlichen Wachstums“ wird FRI-SUCODE in den nächsten neun Monaten in den Bezirken Kikwe und Makiba des Distriktes Meru/Tansania unterwegs sein.
Zum einen wird es Informationsangebote für Schüler*innen, Lehrer*innen aber auch für die Bewohner*innen der genannten Bezirke.

Was ist COVID-19? Wie überträgt es sich? Wie kann man sich schützen?
FRI-SUCODE wird dazu Informationsmaterialien in den verschiedenen Dialekten entwerfen. An zentralen öffentlichen Orten, wie Bushaltestellen, werden Plakate aufgehängt und die Bewohner*innen werden über Lautsprecher informiert.
Ebenfalls wird von den Projektmitteln spezieller Mundschutz für die Gesundheitsmitarbeiter*innen finanziert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Gründung von IGA-Gruppen. Hier werden mehrheitlich Frauen lernen, wie ein Mundschutz genäht wird oder Seife und Desinfektionsmittel hergestellt werden. Das hilft nicht nur in der Pandemie – sondern gibt den Gruppenmitgliedern auch später die Möglichkeit, durch Nähartikel oder Hygenieartikel ein selbstständiges Einkommen zu erzielen. Mit der Gründung solcher Gruppen haben wir bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Unterstützt wurden von uns zum Beispiel Ziegen- und Bienenzüchtergruppen.

Kernstück des COVID-19-Pandemie-Präventionsprojektes ist jedoch die Verbesserung der Wasserversorgung. Denn ohne die Möglichkeit sich die Hände waschen zukönnen, hat das Virus freies Spiel.
Es werden im Rahmen des Projekts 17 große und 17 kleine sogenannte „Handwascheinrichtung“ finanziert. Das sind größere Wassertanks, die auf einer Art Gerüst stehen und an denen Wasserhähne angebracht sind. Diese Handwascheinrichtungen sollen in Schulen und an öffentlichen Plätzen, wie Märkten aufgestellt werden. Zudem wird mit den regionalen Wasserausschüssen und den Menschen in den Dörfern gemeinsam beraten, ob und wo gegebenenfalls an bestehender Wasserinfrastruktur kleinere Sanierungsarbeiten vorgenommen werden müssen.

Wir hoffen, mit diesem Projekt einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit der Menschen um Arusha leisten zu können. Unsere Dank gilt bereits jetzt dem gesamten Team von FRISUCODE für ihre engagierte Arbeit.

Eure Almut Thomas

Link: Projektbeschreibung bei den Naturfreunden Sachsen
Anlage: Veröffentlichung zum genehmigten Förderprojekt (PDF)

Neuigkeiten – Juli/August 2020

Neubau der Schulküche
Neubau der Schulküche

Der Neubau der Schulküche für die Grundschule in Nganana macht Fortschritte

Durch Corona bedingt, wurden in Tansania ab Mitte Juni 2020 die Grund- und Sekundarschulen nach 3-monatiger Schließung wieder geöffnet. Seit der Grundsteinlegung am 4. März 2020 hat auch die Regenzeit verhindert, dass mit den Bauarbeiten schon früher begonnen werden konnte.

Der Bauleiter kann nun mit tatkräftiger Unterstützung der Dorfbevölkerung die im März begonnenen Bauarbeiten fortführen. Mit dem Bürgermeister und Ortsvorsteher ist abgesprochen, dass Familienangehörige der Grundschüler ehrenamtlich unser Bau-Team unterstützen.

Honigernte 2020
Honigernte 2020

Wir sind sehr optimistisch, dass wir wie geplant noch in diesem Jahr die Schulküche an Lehrer und Schüle übergeben können.

Wir werden regelmäßig über den Baufortschritt berichten.

Unser Bienenprojekt – aktueller Ergebnisbericht

Es liegt nun ein ausführlicher Bericht (PDF) zum Bienenprojekt in deutsch und englisch vor.

Euer Ecki

 

Neuigkeiten Mai 2020 – Tansania in Zeiten der Corona-Pandemie

Tansania in Zeiten der Corona-Pandemie

Wie gehen Tansania und die 60 Millionen Menschen dort mit der Covid-19-Virus-Erkrankung um? Kontakt- und Ausgangssperren durchzusetzen ist klipp und klar gesagt nicht vorstellbar und auch nicht umsetzbar.
Was funktioniert und umgesetzt wird: es wurde umgehend auf die Corona-Pandemie reagiert. Am 17. März trat der erste Corona-Fall in Tansania auf. Am 18. März hat Präsident John P. Magufuli alle Schulen und Universitäten geschlossen. Das sind sie auch aktuell noch, Märkte und religiöse Einrichtungen nicht. Der Präsident ermuntert sogar dazu, Sonntagsmessen zu besuchen.

Die Auswirkungen der Pandemie sind noch nicht abschätzbar, gerade die wirtschaftlichen Verluste durch das Wegbleiben der Touristen. Die Menschen dort sind aber mit schwierigen Situationen im Umgang mit Krankheiten (Malaria, Cholera, HIV) vertraut, können und müssen ja eh schon damit klarkommen.
Die Menschen in den ärmsten Ländern müssen sowieso um das tägliche Überleben kämpfen, sind psychisch auch so eingestellt und empfinden diese Krankheit für die eigene Gesundheit nicht als extreme Lebensbedrohung.

Welche Wahl haben diese Menschen denn? Es gibt keine ausreichende Gesundheitsbetreuung und -versorgung. Medikamente können sich 90 % der Bevölkerung nicht leisten, einen Krankenhausaufenthalt ebenso wenig. Die Anzahl der Intensivbetten in den Hospitälern ist nicht erwähnenswert, die Bedingungen in den Krankenhäusern sind mit hiesigen nicht zu vergleichen.

Die Strategie, die Tansania wie auch die meisten afrikanischen Länder anwendet, nämlich das öffentliche Leben auf ein gesundes Maß zu reduzieren und die Wirtschaft so wenig wie möglich durch Einschränkungen zu belasten, ist alternativlos!
Trotzdem sind die wirtschaftlichen Auswirkungen durch den Einbruch des Tourismus bereits dramatisch, und das wird sich zuspitzen. Dazu bedarf es keiner „hellseherischen“ Fähigkeiten. Die seitens der Regierung getroffenen Maßnahmen sind aber aufgrund der gesellschaftlichen Bedingungen der einzig mögliche Weg, um nicht in die absolute Armut zurückzufallen und die erreichten gesellschaftlichen Fortschritte nicht noch mehr zu gefährden. Mag der eine oder andere die Politik vom Präsidenten Magufuli in den letzten 4 Jahren teilweise in Frage stellen und anzweifeln, besonders in Bezug auf den „diktatorischen“ Politik-Stil der Regierungspartei – Tansania hat aus meiner Sicht keine andere Wahl, und das WICHTIGSTE ist: die bisherigen wirtschaftlichen Erfolge und der große Rückhalt in der Bevölkerung geben dem Präsidenten Recht.
Zu der aktuellen Problematik möchten wir gerne den Presseartikel aus der Zeitschrift „Vorwärts“ vom 03. April 2020 empfehlen: Corona in Tansania: Widersprüchlicher Umgang mit der Krise.
Für uns bedeutet die aktuelle Situation auch, in unserer Hilfe für die Hilfsorganisation FRI-SUCODE nicht nachzulassen, unsere Patenkinder, die Schulen und sozial besonders benachteiligten Familien mit unseren Möglichkeiten weiterhin zu unterstützen. Unsere tansanischen Freunde sind aktuell mehr denn je darauf angewiesen und können sich auf uns verlassen.

Kürzlich haben wir 7.000 USD nach Tansania überwiesen, wovon ein großer Teil für den Neubau der Schulküche an der Grundschule in Nganana verwendet wird.

Neubau der Schulküche an der Grundschule Nganana – Grundsteinlegung am 4. März 2020

Schulküche-Baubeginn
Schulküche-Baubeginn

Bereits Anfang 2019 haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir an den Grund- und Vorschulen in Nambala und Nganana die Schülerversorgung grundlegend verbessern können.
Für unsere tansanischen Freunde hat die Versorgung der Schüler mit einer warmen Mahlzeit eine hohe Priorität. Die tägliche Versorgung durch Lebensmittelspenden der Eltern ist gegenwärtig nicht gesichert.
Mit Unterstützung von Nadin Rautenberg, die Architektur und Bauwesen studiert, haben wir das Projekt „Neubau Schulküche“ erarbeitet, und die Schulbehörde vom Distrikt Kikwe hat unserem Entwurf zugestimmt.
Details zum Projekt finden Sie hier (pdf). Im Oktober 2020 wollen wir die Schulküche an der Grundschule übergeben.

Am 4. März 2020 haben wir in einer kleinen Zeremonie mit Lehrern, Schülern und Eltern mit den Bauarbeiten begonnen. Das Video vermittelt einen guten Eindruck davon!