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Sozialarbeit

Neuigkeiten – April 2021

Kondolenz3 Monate in Tansania – Mein Besuch in Tansania im Frühjar 2021

Mein Besuch in Tansania hat wieder  tiefe Eindrücke hinterlassen.

Wir möchten zuerst den am 17. März 2021 verstorbenen Präsidenten John Pombe Joseph Magufuli gedenken: Ein Land, ein Volk,  Millionen Tansanianer, haben ihrem Präsidenten John Pombe Magufuli die letzte Ehre erwiesen.  Am 26. März erfolgte Beisetzung  in seinem Heimatort Chato am Victoria-See.

Tansania, Afrika, die ganze Welt verneigt sich vor einem großen Staatsmann!
RIP John – Ruhe in Frieden, Du wirst unvergessen bleiben!

Professor Patrick Lumumba (Kenia) hat das Wirken von John P. Magufuli treffend gewürdigt.
Patrick Loch Otieno Lumumba ist ein Kenianer, der von September 2010 bis August 2011 als Direktor der kenianischen Antikorruptionskommission fungierte. Seit 2014 ist Lumumba Direktor der Kenya School of Law: https://www.instagram.com/tv/CMvHLsVHC7Z/?igshid=1v4iywg7avolc

Mit unseren tansanischen Freunden haben wir vereinbart, eine Facebook-Gruppe mit dem Titel Nachhaltige Hilfe in Tansania anzulegen. Dort werden alle Neuigkeiten zuerst und zweisprachig (auch in Englisch) veröffentlicht. Dies soll eine größtmögliche Transparenz unseres Wirkens gewährleisten, da für viele Tansanianer im Web, die Nutzung von Facebook, die Hauptinformations-quelle ist. Eine Zusammenfassung dieser Mitteilungen erscheint dann auf unserer Webseite.

Euer Eckard

Neubau Haus Familie Modest

(1) Ein neues Zuhause für Familie Modest am 23. März 2021 übergeben – Ein Traum ist wahr geworden!

Die Wohnbedingungen vieler tansanischer Familien ist schlichtweg einfach nur als unvorstellbar und unzumutbar zu bezeichnen, ein Brutstätte für lebensbedrohliche Krankheiten wie Ebola, Cholera, Malaria, Hepatitis C, Tbc mit erschreckenden hygienischer Bedingungen dazu. Eine nahezu unlösbare Aufgabe, der wir uns seit Jahren auch stellen (müssen). Die finanziellen Mittel sind natürlich begrenzt Einiges haben wir in den vergangenen Jahren schon durch das Engagement unserer Unterstützer erreichen können. So wurde neues Zuhause für die Familien Kisanga (2017), Unambwe (2018), Kitomari (2020), Saidi (2020) erreicht.  Das neue Wohnhaus für die Familie Modest konnten wir am 23. März , in der wahren Rekordzeit in nur 3 Wochen – vom Rohbau bis zur Übergabe – übergeben. Die Familie konnte Ihr Glück kaum fassen und ist uns dafür so dankbar.

Die Bauleistungen der jeweiligen Bau-Teams um die Bauleiter Joseph,  Jackson und Hamsa sind schon sehr beeindruckend (Zuverlässigkeit, Qualität und Bautempo). Aus eigener Kraft hätten das die Familien nie im Leben schaffen können. Lasst uns diesen Weg gemeinsam auch weiter gehen – Häuser bauen, Toiletten, Küchen… Die Ergebnisse sprechen für sich: die Wohnbedingungen früher/heute (PDF)!

FRI-SUCODE Vorstandssitzung


(2) FRI-SUCODE – Vorstandssitzung am 22. März 2021

Am Montag, dem 22. März hatten sich im Hauptquartier in Nambala 7 der 8 Vorstandsmitglieder der NGO getroffen, um den Jahresbericht 2020 zu beraten. Gleichzeitig wurden die Eckdaten des Haushaltsplanes 2021 beraten und festgelegt. Beide Berichte werden nach den staatlichen Vorgaben, den Behörden Tansanias  zur Kenntnis übergeben, denen ja jede NGO gegenüber berichtspflichtig ist. Parallel werden dem Netzwerk „Hilfe für Nambala“ die Dokumente zur Beratung übermittelt. Am 25. April werden wir uns ja zu unserer turnusmäßigen Beratung im Naturfreundehaus Grethen treffen. Höchstwahrscheinlich werden wir dieses Treffen virtuell über Internet-Chat „ ZOOM“ durchführen.  Dazu werden wir noch gesondert informieren. Unsere Hinweise und Vorschläge in den Planungsdokumenten werden dann von den Vorstandsmitgliedern beraten,  eingearbeitet und final beschlossen.

(3) FRI-SUCODE-Meeting am 19. März 2021 – GEMEINSAM GEGEN CORONA!

Mit den Gesundheitsbehörden Distrikt Meru, dem „RAPID RESPONSE TEAM“, arbeitet FRI-SUCODE seit August 2020 besonders eng zusammen. Das Rapid Response Team ist sozusagen ein afrikanisches „Gesundheitsamt“ im Distrikt Meru für 200.000 Menschen, welches den Kampf auch gegen den Corona-Virus bis in die kleinste Gemeinde trägt! Dieses System der Gesundheitsbetreuung und-fürsorge bewährt sich schon seit Jahren. Das ist einfach vorbildlich und beispielgebend. Auf Einladung von FRI-SUCODE waren 86 Gesundheitsvertreter in Usa River zusammen gekommen. Es wurden bereits wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung und Eindämmung der Volkskrankheiten Ebola, Cholera, Hepatitis, HIV, Tbc, Diarrhoe und wozu nun auch der Corona-Virus gehört, analysiert und weitere Schritte zur Aufklärung und Eindämmung festgelegt. Die weitere Sensibilisierung der Bevölkerung und Durchsetzung einer besseren Hygiene, sind der Schlüssel, wurde übereinstimmend bilanziert. Übrigens werden die Maßnahmen von der Landesregierung Sachsen gefördert und unterstützt von den Naturfreunden e.V. Sachsen. Wo sind die deutschen Medien, die darüber berichten?

 

Familie Ramdahani

(4) Besuch der Familien deren Kids neu unsere Hilfsprogramm aufgenommen wurden – Startschuss am 16. März 2021

Am 16. März 2021 war unser Startschuss zum Besuch der Familien, deren 11 Kids wir seit Juni 2020 neu in unser Patenschaftsprogramm integriert haben. Gemeinsam mit Lehrer Henry Gubicka, unserer und Praktikantin Hadija Mohamed machte sich Eckard Krause auf den Weg.

Alle 11 Kids besuch(t)en die Grundschule in Nganana und ab Schuljahr 2021 zum Teil bereits die Sekundarschule in Kikwe.  Vom 16.bis 18 März standen 8 Familien (Yahaya, Joshua und Kingu) auf dem Besuchsprogramm, wo Lehrer Henry Gubicka meinte, die wohnen ja alle „in der Nähe“. Bald sollte ich merken, was das hier bedeutet. Gefühlt haben wir einen Halbmarathon bei brütender Hitze absolviert, obwohl es in Wirklichkeit nur ca. 6-8 km waren. Die Erfassung der Lebenssituation der Familien ist für uns von eminenter Bedeutung, um unsere Hilfe fokussiert auf dringendste Probleme auszurichten und schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen. Ehrlich, ich wurde wieder mal geerdet, was die „wirklichen Probleme“ der Menschen hier sind. Unvorstellbar und unfassbar das einfache Leben dieser Menschen unter primitivsten Bedingungen. Aber mit welchem Engagement sich diese Menschen dem harten Alltagsleben hier stellen und wie stark hier Kinder von klein auf sein müssen und welche Verantwortung sie tragen. Bitte habt Verständnis, dass wir Details nur den betroffenen Paten mitteilen. Hier ist es ganz normal, dass der einfache Weg für Schulkind schon bis zu 11 km betragen kann. Also ein Halbmarathon jeden Tag! Unsere Familienbesuche von „weiter weg“ wohnenden Familien werden in den kommenden Tagen und Wochen fortgesetzt. Auch um bisher erhobene Daten zu aktualisieren und entsprechend der von Prof. Christoph und Gabriel Mashambo gemeinsam ausgearbeiteten Richtlinien zu aktualisieren.


(5) Fertigstellung Schulküche Grundschule Nganana und Übergabe nach den Osterferien (ab Mitte April 2021)

Am 5. März 2021 hatten wir einen Ortstermin an der Grundschule Nganana. Mit Baraka, unserer Buchhalterin, Steuerberaterin Sia und Bauleiter Hamsa, haben wir mit Schuldirektorin Honesta Nanyaro noch Details der Fertigstellung der Schulküche besprochen
Die Maß-Anfertigung der beiden Edelstahl-Kochtöpfe wurde an das Unternehmen CAMARTEC Arusha in Auftrag gegeben und 14 Tage später wurde auch geliefert. Mit Hamsa haben wir das Aufmaß für Pflasterung und Gestaltung der Vorfläche vorgenommen, so dass die erforederliche Anzahl Bord- und Pflastersteine bestellt werden kann. Es ist geplant in 14 Tagen die Schulküche  bei einer kleinen Zeremonie zu übergeben. Die Gestaltung des Vorgeländes soll danach erfolgen, soweit es in der Regenzeit dann hier noch möglich ist.

 

40 Bienenvölker

(6) Ortstermin am 4. März 2021: Neues Zuhause für die 40 Bienenvölker der beiden Selbsthilfegruppen Amkeni und Kiviwaboma

Seit Januar haben die jeweils 20 Bienenvölker unserer beiden Selbsthilfegruppen aus Kikwe und Maweni ein neues Zuhause. Mit Supervisor Maduka, der die beiden Gruppen in der Imkerei berät, statten wir den Bienen in ihrem neuen Domizil einen Besuch ab. Wir versprechen uns vom neuen Standort eine wesentlich höhere Honigernte als bisher.


(7) Eröffnung neues Bürogebäude für FRI-SUCODE am 1. März 2021

Nach 3 Jahren Bauzeit war es am 1. März soweit, Baraka konnte das Bürogebäude in Betrieb nehmen und sofort wurde das Bürogebäude nun täglich intensiv genutzt. Es gibt natürlich noch viel zu tun, sowohl im Gebäude, als auch das Umfeld ist zu gestalten. Die Außen-Sicherung des Gebäudes mit einem Metallzaun und Bepflanzung stehen u.a. nun an.

 

Übergabe OP-Handschuhe

(8) Übergabe Spende an Distriktskrankenhaus Tengeru

Seit 2008 unterstützen wir auch das Distriktshospital in Tengeru. Was damals mit Dr, Aziz Msuya begann, führen wir gerne fort. Baraka Mshana hat dem Hospital, im Beisein vom Gesundheits-koordinator Peter Mshelo, 50 OP-Handschuhe und 400 OP-Masken übergeben. Mit Peter arbeiten wir auch bei der Umsetzung des Hygienekonzepts in der Region im Rahmen des Förderprojektes der Naturfreunde nachhaltig Maßnahmen gegen Covid-19 Virus zusammen.  Gerne werden wir dem Hinweis vom Hospital folgen und der Gesundheitsstation in Karangai einen Besuch abstatten und Unterstützungsmaßnahmen beraten.

Neuigkeiten Mai 2020 – Tansania in Zeiten der Corona-Pandemie

Tansania in Zeiten der Corona-Pandemie

Wie gehen Tansania und die 60 Millionen Menschen dort mit der Covid-19-Virus-Erkrankung um? Kontakt- und Ausgangssperren durchzusetzen ist klipp und klar gesagt nicht vorstellbar und auch nicht umsetzbar.
Was funktioniert und umgesetzt wird: es wurde umgehend auf die Corona-Pandemie reagiert. Am 17. März trat der erste Corona-Fall in Tansania auf. Am 18. März hat Präsident John P. Magufuli alle Schulen und Universitäten geschlossen. Das sind sie auch aktuell noch, Märkte und religiöse Einrichtungen nicht. Der Präsident ermuntert sogar dazu, Sonntagsmessen zu besuchen.

Die Auswirkungen der Pandemie sind noch nicht abschätzbar, gerade die wirtschaftlichen Verluste durch das Wegbleiben der Touristen. Die Menschen dort sind aber mit schwierigen Situationen im Umgang mit Krankheiten (Malaria, Cholera, HIV) vertraut, können und müssen ja eh schon damit klarkommen.
Die Menschen in den ärmsten Ländern müssen sowieso um das tägliche Überleben kämpfen, sind psychisch auch so eingestellt und empfinden diese Krankheit für die eigene Gesundheit nicht als extreme Lebensbedrohung.

Welche Wahl haben diese Menschen denn? Es gibt keine ausreichende Gesundheitsbetreuung und -versorgung. Medikamente können sich 90 % der Bevölkerung nicht leisten, einen Krankenhausaufenthalt ebenso wenig. Die Anzahl der Intensivbetten in den Hospitälern ist nicht erwähnenswert, die Bedingungen in den Krankenhäusern sind mit hiesigen nicht zu vergleichen.

Die Strategie, die Tansania wie auch die meisten afrikanischen Länder anwendet, nämlich das öffentliche Leben auf ein gesundes Maß zu reduzieren und die Wirtschaft so wenig wie möglich durch Einschränkungen zu belasten, ist alternativlos!
Trotzdem sind die wirtschaftlichen Auswirkungen durch den Einbruch des Tourismus bereits dramatisch, und das wird sich zuspitzen. Dazu bedarf es keiner „hellseherischen“ Fähigkeiten. Die seitens der Regierung getroffenen Maßnahmen sind aber aufgrund der gesellschaftlichen Bedingungen der einzig mögliche Weg, um nicht in die absolute Armut zurückzufallen und die erreichten gesellschaftlichen Fortschritte nicht noch mehr zu gefährden. Mag der eine oder andere die Politik vom Präsidenten Magufuli in den letzten 4 Jahren teilweise in Frage stellen und anzweifeln, besonders in Bezug auf den „diktatorischen“ Politik-Stil der Regierungspartei – Tansania hat aus meiner Sicht keine andere Wahl, und das WICHTIGSTE ist: die bisherigen wirtschaftlichen Erfolge und der große Rückhalt in der Bevölkerung geben dem Präsidenten Recht.
Zu der aktuellen Problematik möchten wir gerne den Presseartikel aus der Zeitschrift „Vorwärts“ vom 03. April 2020 empfehlen: Corona in Tansania: Widersprüchlicher Umgang mit der Krise.
Für uns bedeutet die aktuelle Situation auch, in unserer Hilfe für die Hilfsorganisation FRI-SUCODE nicht nachzulassen, unsere Patenkinder, die Schulen und sozial besonders benachteiligten Familien mit unseren Möglichkeiten weiterhin zu unterstützen. Unsere tansanischen Freunde sind aktuell mehr denn je darauf angewiesen und können sich auf uns verlassen.

Kürzlich haben wir 7.000 USD nach Tansania überwiesen, wovon ein großer Teil für den Neubau der Schulküche an der Grundschule in Nganana verwendet wird.

Neubau der Schulküche an der Grundschule Nganana – Grundsteinlegung am 4. März 2020

Schulküche-Baubeginn
Schulküche-Baubeginn

Bereits Anfang 2019 haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir an den Grund- und Vorschulen in Nambala und Nganana die Schülerversorgung grundlegend verbessern können.
Für unsere tansanischen Freunde hat die Versorgung der Schüler mit einer warmen Mahlzeit eine hohe Priorität. Die tägliche Versorgung durch Lebensmittelspenden der Eltern ist gegenwärtig nicht gesichert.
Mit Unterstützung von Nadin Rautenberg, die Architektur und Bauwesen studiert, haben wir das Projekt „Neubau Schulküche“ erarbeitet, und die Schulbehörde vom Distrikt Kikwe hat unserem Entwurf zugestimmt.
Details zum Projekt finden Sie hier (pdf). Im Oktober 2020 wollen wir die Schulküche an der Grundschule übergeben.

Am 4. März 2020 haben wir in einer kleinen Zeremonie mit Lehrern, Schülern und Eltern mit den Bauarbeiten begonnen. Das Video vermittelt einen guten Eindruck davon!

Neuigkeiten – November 2019

Wir freuen uns sehr, einen neuen Reisebericht von Annka zum Projekt veröffentlichen zu können:

Mein zweiter Aufenthalt in Tansania

Ende August startete ich meine zweite Reise nach Nambala. Ich musste dieses Mal nicht viel vorberieten, der Flug war gebucht und das war alles, was mir das besondere Gefühl gab, nicht eine Reise in ein fernes Land anzutreten, sondern auf eine gewisse Weise nach Hause zu kommen.
Außer mir waren zeitgleich noch Martin, der drei Monate Freiwilliger Arbeit leistete, Annika, die vor 7 Jahren Volontär in Nambala war, und ihr Freund Marcus.
Wir wurden mit offenen Armen und dem erwarteten großen Schmaus empfangen und alle waren glücklich, einander Wiederzusehen.

Die ersten Tage klapperten wir die Sehenswürdigkeiten der Region ab, danach begann ich, mit Martin und Albertina zu arbeiten. Nehemia, mit dem ich letztes Jahr, als ich Freiwilligenarbeit geleistet habe, durchgehend unterwegs war und alles erlebt habe, hat mittlerweile einen Job in Morogoro und war deshalb nicht da, was für mich super ungewohnt war. Nehemia hatte mir Tansania übersetzt, erklärt und beigebracht, da war es seltsam, denjenigen nicht mehr für Späße dabei zu haben.
Aber dafür war jetzt Albertina mit dabei, eine Halbwaisin aus dem Projekt, die vor dem College noch etwas zurückgeben wollten. Sie spricht sehr gutes Englisch und ist selbstbewusst wie wenig Mädchen, die ich dort kennen gelernt habe. Sie übersetzte uns alles und zeigte uns die geheimen Trampelpfade, die ich bei meinem ersten Aufenthalt noch nicht kennen lernen durfte.

Wir sind zu den Schulen aus dem Hilfsprojekt gefahren, um dort zu erfragen ob Dinge dringend benötigt werden, vor allem aber, um die verschieden Patenkinder zu treffen.
Wir haben ihnen viele Fragen gestellt, dazu, wie es ihnen und ihrer Familie geht, ob sie Dinge braucht, aber auch, ob sie zum Beispiel Zeit haben, ihre Schulaufgabe zu erledigen, oder ob sie anderweitig, im Haushalt o. Ä., benötigt werden.
Viele Patenkinder sind seit Beginn des Projektes dabei, daher mittlerweile vielleicht schon fertig mit einer Ausbildung oder dem Studium, einige haben schon geheiratet und vielleicht eine eigene Familie gegründet. Daher sollten wir mit unserer „Bestandsaufnahme“ herausfinden, wer eigentlich schon auf eigenen Füßen stehen kann, wer aber auch noch Hilfe benötigt, um das irgendwann tun zu können.

Manchmal war es hart, zwei oder drei Mädchen fingen während unseres Gespräches an zu weinen und wollten nur sehr ungern über die Zustände zuhause berichten, andere zeigten mir ihre guten Noten und posierten für die Kamera. Ich fand beides wichtig zu sehen, dass es nämlich sowohl solche gibt, die durch die Hilfe ihre Schule abschließen können und danach große Pläne habe, aber auch von denen zu hören, die es nicht so einfach haben. Lea, eine Lehrerin der Kikwe Secondary School, war bei einigen Gesprächen mit Schülern ihrer Schule mit dabei und hörte ihnen gut zu, nahm sie in den Arm und sprach ihnen Mut zu. Dies wäre vielleicht die Aufgabe eines Vertrauenslehrers gewesen und ich war sehr froh zu sehen, dass solch ein Miteinander auch in dem sonst eher hierarchisierten Schulalltag in Tansania einen Platz findet.

Baraka, Ecki und ich werden jetzt nach und nach die Berichte über die einzelnen Patenkinder fertigstellen.

Ansonsten half ich noch mal aus bei den Schulmaterialien und malte einige Plakate, außerdem versuchten Baraka und ich die Küche, welche das Work-Camp im Oktober bauen will zu planen – ich bin gespannt auf eure Berichte und was draus geworden ist 😉

Es war wahnsinnig schön die ganze Familie Mshana wieder zu sehen und zu merken, dass man so weit weg von Zuhause einen Platz, ja ein weiteres Zuhause gefunden hat. Und obwohl ich zum Arbeiten gekommen bin, war es wie Urlaub.
Ich freue mich schon auf das nächste Mal!

Eure Annka