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Reiseberichte

Berichte von Reisen zum Projekt

Neuigkeiten – Februar 2020

Nachtrag zu unserer Nambala-Reise im November/Dezember 2019

Auch wenn schon wieder über zwei Monate vergangen sind – die Erinnerungen an unsere Reise sind täglich präsent: an das arme, aber bunte Land, an die vielen freundlichen Menschen, fröhlichen Kinder und an unsere engagierten Partner vor Ort!

Wir stellten mit großer Freude fest, dass unsere Patentochter Zeituni gerade im Begriff war, ihre Lehre zur Köchin gut abzuschließen. Die Ausbildung im „Hai Vocational Training Centre“ im Dorf Boma Ngombe hat rund 60 Euro im Monat gekostet und keine zwei Jahre gedauert. Wir haben uns die Einrichtung angeschaut und waren sehr angetan von allem, was uns dort gezeigt wurde, und ganz besonders überrascht von der Abteilung, die Orgeln (!) und andere Instrumente baut, auch für Deutschland. Nach der Führung wurde Bach gespielt!

Unsere Zeituni, die wir seit vielen Jahren unterstützen, hat nun dank Eckis Beziehungen zur Touristikbranche für drei Monate eine Art Praktikumsplatz in Moshi in der Chanya Lodge bekommen. Da sie körperlich eingeschränkt und sehr schüchtern ist und offensichtlich außer ihrer Großmutter keinerlei familiäre Unterstützung hat, wird sie es alleine zunächst schwerhaben. Wir wünschen ihr sehr, dass sie den Einstieg in das „normale“ Leben schafft – vielleicht als unsere Schulköchin?

 

Außer dem gemeinsamen Essen mit unseren Patenfamilien bei der Familie Mshana, den Besuchen bei Patenfamilien und in den Schulen war die Konfirmation von Maureen Unambwe sehr beeindruckend. Hier konnte man live erleben, was Familien im Hintergrund von Waisenkindern auf die Beine stellen. Maureen war sehr glücklich und hat sich in einer tollen Rede bei allen Unterstützern bedankt. Sie ist ganz offensichtlich sehr stark!

Die Familie Modest kennen wir seit vielen Jahren; Sohn Ibrahim ist Patenkind in unserem Netzwerk. Die Verhältnisse sind katastrophal, obwohl der Vater der Familie nach Barakas Erfahrung ein guter Bauer war, ist vor allem die jetzige Hütte völlig verwahrlost. Schon 2014 hatte Papa Modest dem Alkohol abgeschworen, eine neue Kläranlage angelegt, dann angefangen, ein Haus zu bauen. Diesmal waren die Mauern bis zur Dachkante fertig! Aber uns war klar, es würde noch Jahre dauern, bis die Familie dort würde wohnen können; die Tochter Elizabeth hatte schon das Weite gesucht.
Dann ging alles sehr zügig los. Innerhalb kurzer Zeit kamen 1000 Euro zusammen. Mit den Erfahrungen, die auch Christina und Holger Scheibe bei der Rettung des Hauses ihrer Patenfamilie Kitomari gemacht hatten, wurde der Fachmann vor Ort hinzugezogen, wurden Maße genommen und Kosten veranschlagt. Das war am 2. Dezember, und 2 Tage später war das Dach fertig! Die Botschaft war für uns das allerschönste Weihnachtsgeschenk. Papa Modest war und ist überglücklich, Elizabeth ist schon zurückgekommen. Bis zum Beginn der Regenzeit Mitte März sollen der Fußboden und der Innenputz in ein oder zwei Räumen fertig sein. Um Familie Modest das Haus bis Mitte des Jahres voll bezugsfertig übergeben zu können, werden noch etwa 4.000 Euro benötigt. Es geht hier also wirklich nur ums Nötigste, und damit wäre der Familie sehr geholfen. Papa Modest könnte die alte Hütte abbrennen und dort endlich wieder was anbauen!

 

Bei solchen Aktionen können wir von jetzt an auf das Bau-Team um Godlove, Isa & Co. zurückgreifen, das beim Einsatz für die Familie Kitomari gebildet worden war. Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht und verdienen dabei etwas Geld für ihre Familien.
Unsere Reise war wieder sehr interessant und bereichernd (zum Glück hat es meistens nur nachts geregnet, dafür aber umso mehr), auch die letzten Tage im Gästehaus der Familie Mshana waren wieder ein Erlebnis. Danke an alle, die unser Netzwerk unterstützen, es ist eine wirkliche Hilfe für die Menschen, mit denen und für die wir dort zusammenarbeiten!

Eure Christina Kanzler

Eindrücke vom Workcamp 2019 (Almut und Sybille)

Liebe Naturfreund*innen,

unser Workcamp in Tansania ist nun schon wieder über einen Monat her und wir hatten ein wenig Zeit in unseren Alltag zurückzufinden. Dennoch haben wir die Eindrücke und Erfahrungen natürlich noch gut in Erinnerung.

Wir freuen uns alle, dass wir viele Bekannte und Freunde wiedersehen durften: Baraka mit seiner Frau und den Kindern, Anna mit ihrem Mann Patrick, die ihren Ruhestand mit vielen Enkeln erleben, Gudila, die Sozialarbeiterin oder Siay, die immer zuverlässige Buchhalterin unseres Projektes in Tansania. Hinzu kamen zahlreiche weitere Begegnungen mit den Schüler*innen und Pädagog*innen der Grundschule in Nambala und Nganana.
Die Besuche bei einigen Patenkindern und deren Familien, zeigten uns, welches Glück wir haben, hier in Deutschland geboren zu sein und in Europa leben zu dürfen. Unsere Hilfe bedeutet soooo viel mehr, viel mehr als man hier zu erahnen vermag.
Nicht zu vergessen die Herzenswärme, die uns an allen Tagen begegnete. Neue und alte Freundschaften wurden gefestigt. Sehr glücklich sind wir darüber, dass wir den Bewohnern, Lehrern und Schulkindern auch etwas zurück geben konnten.

Erneut haben wir bei unserem Workcamp-Aufenhalt in Nambala voneinander lernen können, wir vor allem von den tansanischen Handwerkern, die uns bei der Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses in Nambala unterstützt haben. Während unseres zweiwöchigen Aufenthalts hatten wir wieder einen straffen Zeitplan. Es wurde gestrichen, verputzt und repariert …

Wir haben viel Dank durch die Bewohner erhalten und möchten diese Dankbarkeit gerne weitertragen an die vielen Menschen, die dies ermöglicht haben: Vielen Dank an euch, liebe Spenderinnen und Spender! Ihr sollt wissen, dass eure Hilfe bei den Richtigen ankommt. Gern erzählen wir euch vom Leuchten in den Augen der Kinder und Erwachsenen, dass uns empfing, und von der großen Hoffnung, die die Menschen in Nambala und Umgebung in uns setzen. Natürlich mussten wir versprechen, dass wir 2021 wieder kommen. Wir taten das mit gutem Gewissen, denn wir wissen, wenn wir erneut um Unterstützung für unser Nambala-Projekt anfragen, werdet Ihr uns nicht hängen lassen.

Wir freuen uns darauf, euch am 10. Dezember ab 18.00 Uhr im Klubraum des DWBV, Blumenstr. 80 „Neues aus Nambala“ berichten zu können.

Noch einmal unser herzliches Dankeschön für euren Anteil daran, die Welt für eine Vielzahl von Kindern in Tansania hoffnungsvoller und schöner zu machen!

Frohe Weihnachten und herzliche Grüße

Almut & Sybille

NaturFreunde Dresden e.V.
Almut Thomas

Eindrücke vom Workcamp 2019 (Tobias)

Seit einer Woche bin ich nun wieder zurück aus Tansania, dem Workcamp welches nun zum dritten Mal stattfand. Angekommen bin ich in Deutschland aber noch nicht so wirklich. Die Rückkehr nach Tansania, nach meinem drei monatigem Aufenthalt in Tansania vor zwei Jahren, fühlte sich so an, als wäre ich nie weg gewesen. Tansania hat mich verändert und umso mehr freute ich mich endlich wieder das Wort Karibu (Willkommen) überall zu hören, welches die Herzlichkeit der Menschen jedes Mal aufs Neue aufzeigt. Auch an das „pole pole“ (langsam, langsam) hatte ich mich sofort wieder gewöhnt und die innere Ruhe und Gelassenheit kehrte wieder ein.

Mit dem diesjährigen Workcamp haben wir in der Nambala Schule ein Schulgebäude saniert. Jenes Gebäude in welchem ich vor zwei Jahren meinen PC-Unterricht gegeben habe. Das Wiedersehen alter Freunde wie der Familie Mshana oder auch der Lehrer in der Nambala Schule sowie einiger Schüler welche mich noch kannten, waren wunderschöne Momente. Dank der guten Organisation seitens der Naturfreunde Dresden, Eckard Krause und Baraka Mshana, konnten wir gut mit unseren Sanierungsarbeiten vorrankommen. Unterstützung erhielten wir auch durch einige einheimische Arbeiter und später auch einiger Schüler, welche sehr neugierig unsere Arbeiten verfolgten. Für unsere Verpflegung wurde ebenfalls bestens gesorgt, denn jeden Tag erhielten wir zu Mittag eine ausgesprochen köstliche Mahlzeit, tansanischer Art.

Auch wurde wieder ein Sportturnier zwischen der Nambala und der Nghanana Schule ausgetragen. Netzball für die Mädchen, Fußball für die Jungen und ein 50 m Sprint standen auf dem Plan. Die Begeisterung der Schüler und auch Lehrer waren wieder ein besonderes Ereignis und bei jedem Tor wurde lauthals gejubelt.

Mit Baraka und später auch mit den Lehrern gab es einige Meetings, wo jeder Lob aber auch Verbesserungsvorschläge ansprechen konnte. Von der Struktur und Organisation war ich beeindruckt und sehe darin viel Potential um die weiteren Projekte effektiver zu gestalten.

Weiterhin hatten wir die Möglichkeit die jeweiligen Patenkinder besuchen zu können. Besonders für jene aus unserer Gruppe, welche das erste Mal nach Tansania reisten, waren die Armut und das Leid vieler Familien ein Schock. Der Kontrast zu unserem reichen europäischen Leben ist gerade anfangs schwer zu verkraften, aber dann lernt man zu verstehen warum Tansania einen für immer verändert. Ich selbst hatte nun die Gelegenheit die Familie Saidi zu besuchen, der Familie meines Patenkindes, für welche ich aktuell ein Haus bauen lasse. Seit letztem Jahr akquiriere ich Spenden für den Hausbau und war froh die Familie und den dortigen Hausbau sehen zu können. Die Mutter Asha Saidi lebt dort mit ihren Kindern allein und freute sich riesig mich wiederzusehen und dankte allen Unterstützern für die zukommende Hilfe. Der Bau des Hauses könnte noch im Dezember dieses Jahres fertiggestellt werden.

Leider ist die Zeit in Tansania wieder viel zu schnell vorbeigegangen. Das diesjährige Workcamp war wieder voller bewegender Momente und auch unsere Reisegruppe hat super miteinander harmoniert. Auch wenn mancher Tag ziemlich anstrengend war, sind wir doch froh etwas Gutes hinterlassen zu haben, denn unser saniertes Schulgebäude machte einen wirklich schönen Eindruck.

Assante Sana (vielen Dank) an alle Workcampler, an Baraka und Ecki für ihr unermüdliches Engagement, welches sie in das Hilfsprojekt stecken.

Euer Tobias