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Reiseberichte

Berichte von Reisen zum Projekt

Neuigkeiten – Juni 2018

Annkathrin gerade in Nambala vor Ort

Annkathrin

Ich bin Annkathrin, 18 Jahre alt und aus Berlin. Ich arbeite gerade an dem Projekt in Nambala.

Insgesamt bin ich 7 Monate in Afrika unterwegs, mehr als 3 Monate davon verbringe ich beim Hilfsprojekt „Nambala-Help“ zusammen mit Baraka. Begonnen habe ich im Januar 2018 mit einem Aufenthalt auf Sansibar, dann bin ich Ende März nach Nambala weiter gereist. Hier habe ich mich eingelebt und die Familie Mshana kennen gelernt, musste jedoch dann Tansania wegen meines Visas für einen Monat verlassen. Nun bin ich seit Mai wieder in Nambala und genieße es sehr.

Anfangs habe ich zusammen mit Nehemia viele Hausbesuche gemacht, nun helfe ich in der Nambala Primary School. Da ich leidenschaftlich gerne male, haben wir uns dafür entschieden, dass ich künstlerisch tätig werde und seitdem zeichne ich Landkarten, Poster und alle Organe der Körpers (etc.), damit die Lehrer die Plakate für ihren Unterricht benutzen können.

Mehr könnt ihr sehr gerne in meinem Blog lesen: https://esistischaufreisen.wordpress.com/

Eure Annkathrin


Das SECOND – Projekt der Naturfreunde Dresden e.V.: 13.000 EURO für „Nambala-Help“

Die Idee zum SECOND-Projekt entstand im Mai 2017. Damals waren Baraka, Naki, Gudila und Petronila zum Fachkräfteaustausch in Deutschland. In Dresden ergab sich die Möglichkeit, mit Vertretern der Sächsischen Staatsregierung zu den Themen Bildung, Gesundheit und Entwicklungspolitik ins Gespräch zu kommen. Dabei erfuhren wir, dass der Freistaat Sachsen nunmehr auch Entwicklungshilfeprojekte fördert.
Wir konnten uns vorstellen, einen Förderantrag zu stellen, um damit die Möglichkeit zu nutzen das „NAMBALA-HELP“ Projekt wieder ein Schritt voranzubringen. Doch von der ersten Idee hin zur Projektentwicklung und Antragstellung bis zur Bewilligung des Projektes war es noch ein langer Weg.
In einem ersten Schritt haben wir die NaturFreunde Dresden e.V. dann im Sommer 2017 gemeinsam mit Baraka und seinem Team das SECOND-Projekt entwickelt.

Second-Projekt

SECOND-Projekt steht für „Substained Education trough Community Devolopment“. Übersetzt bedeutet dies soviel wie „Nachhaltige Erziehung durch Gemeinschaftsentwicklungsprojekte.“ Dahinter steht die Erfahrung aus den bisherigen Nambala-Help Projekten, dass eine nachhaltige Bildung nur dann wirklich erfolgreich sein kann, wenn gleichzeitig auch die Eltern in die Lage versetzt werden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, damit die Kinder und Jugendlichen gesund aufwachsen und sich altersgerecht entwicklen können.

Das SECOND-Projekt besteht aus vier Teilprojekten, die ineinander greifen: Das sind Bildungsprojekte; Projekte zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation; Projekte zur Ernährung und Projekte zur gesundheitlichen Aufklärung.

Im September 2017 war es dann soweit – wir haben den Antrag bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken, die für Förderung von Entwicklungshilfeprojekten in Sachsen zuständig ist, eingereicht. Eine Hürde galt es vor der Antragstellung noch zu überwinden. Denn damit die NaturFreunde Dresden e.V. diese Projektgelder überhaupt beantragen konnten, war ein nicht unbedeutender Eigenanteil zu erbringen, die sogenannten Kofinanzierungsmittel.
Die NaturFreunde Dresden e.V. haben 3.279 Euro aus eigenen Mitteln für das Projekt zur Verfügung gestellt. Damit konnten dann beim Freistaat Sachsen 9.838 EURO Fördermittel beantragt werden. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wie groß die Freude Anfang November 2017 war, als der eingereichte Projektantrag von der Stiftung Nord-Süd-Brücken und dem Freistaat Sachsen bewilligt wurde. Bedeutete dies doch: Insgesamt können 13.117 EURO in das SECOND-Projekt fließen.
Das bedeutet aber auch, dass Baraka und seinem Team in Nambala nur zwei Monate Zeit zur Umsetzung der ambitionierten Ziele Zeit blieben.
Grund für diesen Zeitdruck war, das geförderte Projekte bis zum Ende des Haushaltsjahres abgeschlossen sein müssen. Es ist unbeschreiblich, was FRISUCODE in dieser kurzen Zeit auf die Beine gestellt haben:

Klassenraum

Da ist zunächst einmal die Renovierung von vier Klassenräumen. Viele von Euch waren ja schon einmal vor Ort und wissen, in welchem teilweise düsteren und beengten Räumen die Kinder lernen müssen. Mit den Mitteln des SECOND-Projektes konnten vier Klassenräume renoviert werden, in Nganana und Nambala. Zudem wurde auch die Schulbibliothek ausgestattet. Endlich können die Lernmaterialien so aufbewahrt werden, dass hoffentlich alle noch lange Freude an ihnen haben.

Der wesentliche Baustein im Bereich „Verbesserung der Bildung“ im Rahmen des SECOND-Projekts lag aber auf der Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer.
Lernen darf Freude machen. Das setzt bei den Lehrerinnen und Lehrern voraus, dass Sie wissen, wie man bestimmte Lerninhalte altersgerecht vermittelt. Ebenfalls wurde den Lehrrinnen und Lehrern Wissen und Ideen für neue und entwicklungsgerechte Lernmaterialien vermittelt. Mit den Fördergeldern des SECOND-Projektes konnten 25 Lehrerinnen und Lehrer an diesen Weiterbildungen teilnehmen. Ebenfalls teilgenommen haben die örtlichen Bildungsinspektoren, die dann durch regelmäßige Evaluationen an den Schulen überprüfen werden, wie sich das Wissen der Schülerinnen und Schüler verbessert hat. Die Lehrerrinnen und Lehrer, die an den Veranstaltungen teilgenommen haben, sind dazu angehalten, ihr neues Wissen auch mit anderen Lehrern zu teilen, als Muliplikatoren an ihrer Schule zu wirken.

Lehrerfortbildung

Wie wir anfangs schon beschrieben haben, war der Ansatz des SECOND-Projektes nicht nur, die Bildung zu verbessern. Parallel dazu wollten wir mit dem Projekt auch etwas tun, damit sich wirtschaftliche Situtation der Eltern verbessert. Denn mittel- und langfristig muss und sollte es Ziel sein, dass die Eltern nicht nur für ihren Lebensunterhalt und eine gesunde Ernährung sorgen können, sondern auch ihren Kindern die Schulbildung ermöglichen.
So wurden mit den SECOND-Mitteln zwei weitere VICOBA-Gruppen eingerichtet. Hinter dem Begriff „VICOBA“ verbirgt sich ein gemeinschaftlich-genosssenschaftliches System zur Finanzierung von Mikrokrediten. Geschult wurden hier insgesamt 40 Eltern. Die Mitglieder der Gruppen müssen einige Monate sparen. Wenn sie das notwendige Kapital angespart haben, können die Gruppen an ihre Mitglieder kleinere Kredite vergeben. Damit kann sich das Gruppenmitglied ein kleines Unternehmen aufbauen. Für die Vergabe der Kredite gelten die Regeln des Village-Banking. So kontrollieren die Gruppenmitglieder die Gründung und Entwicklung des jeweiligen Kleinstunternehmen, auch um sicherzustellen, dass der Kredit von dem jeweiligen Gruppenmitglied zurückgezahlt werden kann. Mit diesen zwei zusätzlichen VICOBA-Gruppen, deren Ausbildung mit Hilfe des SECOND-Projektes realisiert werden konnte, gibt es nun im„NAMBALA-HELP“ Projekt insgesamt vier Micro-Finanzierungsgruppen.
Für alle Honig-Liebhaber gibt es gute Nachrichten. Demnächst werdet ihr Honig aus der Region um Nambal / Nganana kaufen können. Mit den Fördermitteln des SECOND-Projektes wurden 52 Eltern in Bienenhaltung und Honigherstellung durch regionale Forstbeamte geschult. Und damit es nicht nur bei der Theorie bleibt, konnten 40 Bienenstöcke gekauft werden. Bis der Honig im Glas ist, dauert es ca. vier bis fünf Monate. Es ist davon auszugehen, dass aus jedem Bienenstock ca. 10 kg Honig gewonnen werden kann. Bei einem Verkaufswert von ca. 10.000 tansanische Schilling pro Kilogramm bedeutet das einen Gesamterlös von ca. 100.000 Schilling pro Bienenstock. Das Geschäftsfeld „Bienenhaltung“ stieß in der Region auf großes Interesse, denn es zeigte sich, dass Bienenhaltung ein gutes Wirtschaftsfeld ist, um eigene Einnahmen zu generieren.
Mit den Fördermitteln des SECOND-Projektes wurden zudem einige sogenannte „Sensibilisierungsmaßnahmen“ zu den Themen „Gesunde Ernährung“ und „Hygiene“ durchgeführt.
Im Bereich der gesunden Ernährung wurden insgesamt 213 Mitglieder der Gemeinden Kikwe, Nambala und Maweni erreicht. Erstmals haben die Eltern Informationen über eine gesunde Ernährung erhalten sowie darüber, welche psychischen und physischen Folgen eine Mangelernährung hat. Die Eltern wurden ausdrücklich dazu angehalten, den Kindern mindestens eine Mahlzeit pro Tag (Schulessen) zu ermöglichen.

Verbrennungsanlage

Das Thema „Hygiene“ und hier insbesondere die Menstruationshygiene und sexuelle Aufklärung ist oft noch durch Mythen, Scham und Falschinformationen belegt. Daher war ein weitere wichtiger Aspekt im Rahmen des SECOND-Projektes das Thema im Bewusstsein der Eltern und Schülerinnen und Schülern auf einer sachlichen Ebene zu verankern. Viele der Eltern, Schülerinnen und Schüler – zusammen konnten insgesamt 1050 Teilnehmer erreicht werden – haben erstmals durch das öffentliche Gespräch die Normalität des Themas erfahren können. Im Ergebnis dieser Sensibilisierungsmaßnahmen haben die Eltern sogar darauf bestanden, dass sexuelle Aufklärung und Menstruationshygiene durch die Schulleiter regelmäßig auf die gemeinsame Agenda zwischen Eltern und Schule gesetzt wird. Zudem wurden in den Sensibilisierungsmaßnahmen die Themen Kinderrechte und das Grundrecht auf Bildung thematisiert. Die Eltern wurden angehalten, in ihren Gemeinschaften Spielplätze für die Kinder zu bauen und ihnen auch die Gelegenheit und Zeit zum Spielen zu geben.
Außerdem wurde im Zusammenhang mit der Thematik „Menstruationshygiene“ eine Verbrennungsanlage an der KIKWE -Sekundarschule gebaut.

Wir sind schon gespannt auf unsere nächste Reise nach Nambala, um selbst zu sehen, wie das Projekt vor Ort umgesetzt und gelebt wird.

Norina und Almut
NaturFreunde Dresden e.V.

 

 

 

Neuigkeiten – Februar 2018

Wir freuen uns, euch einen tollen Reisebericht mit ganz besonderen Einblicken in unser Projekt vorstellen zu können:

Wie aufregend! Oma – Mutter – Tochter… wir reisten zusammen mit Frank Raabs nach Nambala und schlossen die afrikanische Gelassenheit, die Herzlichkeit der Menschen und das wunderschöne Land sofort in unsere Herzen.

Lest gern mehr auf: https://madebymira.blogspot.de/2017/12/tansania-teil-1-entwicklungshilfe_8.html

Hier schon vorab einige Foto-Impressionen aus dem lesenswerten Bericht. Ein großer Dank geht von uns an Mira aus Rostock!

Euer Ecki