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Reiseberichte - 3. Seite

Berichte von Reisen zum Projekt

Neuigkeiten – Oktober 2018

Wir freuen uns, euch auch im Oktober einen tollen Reisebericht zu unserem Projekt vorstellen zu können:

Meine Zeit in Tansania

Seit fast zwei Monaten drücke ich mich davor, diesen Bericht zu schreiben. Für mich ist meine Zeit in Tansania noch immer ein großer Haufen ungeordneter Erfahrungen, Geschehnisse, Erlebnisse, Tränen der Trauer oder Verzweiflung und das Gefühl der unendlichen Freiheit. Dies alles in einen Text zu stecken fiel mir nicht leicht.

Einer der wichtigsten Momente für mich war, als ich gemerkt habe, was ich da überhaupt mache.
Ich saß im Computerlabor in der „Nambala Primary School“ und schaute aus dem Fenster. Wie schon die Tage davor arbeitete ich an den Plakaten für die Lehrer. Sie hatten mir circa 30 verschieden Bücher hingelegt, aus denen ich Landkarten, Schaubilder zur Energiegewinnung, die Organe des Körpers, Safari-Tiere und Anleitungen zur Körperhygiene abmalen sollte. Dies bereitete mir eine große Freude, trotzdem schweifte mein Blick natürlich hin und wieder ab und hinaus in die tansanische Landschaft. Für die, die diesen Ort nicht kennen: die Nambala Primary School liegt auf einem Hügel, von dem aus man auf der einen Seite bis zum Kilimanjaro blicken kann, auf der anderen Seite über die Hochebene bis hinten zu den „Pare Mountains“.
An diesem Tag war die Sicht besonders gut, die Regenzeit neigte sich dem Ende zu und jedermann freute sich über die ersten Sonnenstrahlen.

Vor den Fenstern standen ein paar Schulkinder, alle mit dicken Wollmützen auf dem Kopf und großen, neugierigen Augen. Alle wollten wissen, was ich da mache und ducken sich lachend weg, wenn ich sie bemerkte. Irgendwas an der Gesamtsituation lies es mich dann auf einmal begreifen. Dass ich da saß, mitten in Afrika, mit einer festen Aufgabe, mit Lehrern und anderen Menschen, die mich mit Dankbarkeit überschütteten, einfach nur, weil ich mitmachte. Wie herzlich ich von Familie Mshana aufgenommen wurde, als wäre ich tatsächlich ein Familienmitglied. Wie gut mir dieses Projekt gefiel, in welchem ich das Gefühl hatte, tatsächlich etwas bewegen zu können.

Natürlich war es auch nicht immer nur rosig. Manchmal bin ich zum Beispiel fast durchgedreht, weil Baraka und Nehemia, mit denen ich die ganze Zeit über zusammen arbeitete und unterwegs war, ein etwas anderes Bild von effektiver Zeitnutzung hatten als ich. Und obwohl ich eine wirklich lange Zeit da war, habe ich mich auch nie daran gewöhnt, dass man in der Regel erst zwei bis drei Stunden nach verabredeter Zeit auftaucht. Dabei bin ich in Deutschland immer eher unpünktlich.

Aber die Art und Weise, wie man hier miteinander im Dialog steht, hat mich von Anfang an beeindruckt. Ich wusste vor meiner Ankunft in Nambala nicht wirklich viel über das Projekt und wurde einfach von Baraka und Nehemia mitgenommen, kriegte also nach und nach alles mit, wurde immer mehr Leuten vorgestellt und machte mich dann irgendwann auf eigene Faust auf den Weg.

Zu Beginn ging es vor allem darum, die verschiedenen Familien zu besuchen und eine Art Bestandsaufnahme durchzuführen. Wo ist das Geld bereits angekommen, wo wird noch welches benötigt, nutzen die Familien es sinnvoll und was wünschen sie sich eventuell? Nehemia übersetzte mir alles. Es war sehr interessant, die Umstände so hautnah mitzuerleben, manchmal toll, weil man sah, wie sich eine Familie schon in der kurzen Zeit meines Aufenthalts entwickelte und es ihnen merklich besser ging, manchmal auch herzzerreißend traurig. Das ein oder andere Schicksal ist eben doch sehr schwer zu verarbeiten. Beispielsweise traf mich das Leid der Familie Rhamadani sehr: eine recht junge Mutter, an AIDS erkrankt, lebte in einer winzigen Hütte. Während meines Aufenthalts verstarb sie und hinterließ vier Kinder, bei denen geklärt werden musste, wie es nun mit ihnen weitergehen würde. In solchen Momenten fragte ich mich dann, warum die Welt manchmal so ungerecht ist.

Rückblickend würde ich aber sagen, dass die Gespräche genauso auch ohne mich geklappt hätte, denn Nehemia besitzt ein großes Einfühlungsvermögen und kann gut mit allen Situationen umgehen. Er bräuchte nur noch etwas mehr Mut, selber Entscheidungen zu treffen. Diesen Mut könnte Nehemia, glaube ich, am ehesten dadurch erlangen, dass er eine bessere Position mit mehr persönlichem Spielraum zugesprochen bekommt. Dies geht dann damit einher, dass er auch bezahlt wird und damit nicht mehr so abhängig von Baraka ist.
Das Projekt läuft sehr gut, ich habe nur gemerkt, wie wichtig es ist, dass immer Leute da sind, die sich kümmern, um unter anderem auch Baraka zu entlasten. Deshalb wäre die Finanzierung von weiteren Arbeitskräften vor Ort ein Thema, mit dem ich mich gerne beschäftigen würde.

Die verschieden Projekte, die gemeinsamen Abendessen mit der Familie Mshana und vielen Freunden, die Fahrradtouren mit Nehemia durch gefühlt ganz Tansania, die gemeinsamen Reisen und Ausflüge und die unglaublich Offenheit und Gastfreundschaft, die mir entgegengebracht wurde, all das hat die Zeit so besonders für mich gemacht, dass ich noch Stunden lang weiter erzählen könnte.

Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch in Nambala.

Eure Annkathrin

Neuigkeiten – September 2018

Weihnachts-Post-Aktion 2018

Schicken Sie zu Weihnachten einen dicken Brief direkt an Ihr Patenkind!

Im Oktober fliegen 11 Personen nach Tansania. Sie werden diese Briefe mitnehmen, damit sie vor Ort persönlich übergeben werden können.

So funktioniert es.


Wir freuen uns, euch wieder einen tollen Reisebericht mit ganz besonderen Einblicken in unser Projekt vorstellen zu können:

Ingos Besuch in Nambala im September 2018

Nachdem ich im Jahre 2015 das Dorfentwicklungsprojekt und Familie Mshana zusammen mit einer Gruppe unter Leitung von Frank Raabs kennenlernen durfte nun also mein zweiter Besuch in Nambala.

An eine Urlaubsreise konnte ich drei Tage anhängen, um mich vor Ort zu informieren, was sich in den letzten drei Jahren alles getan hat. Nehemia, Barakas Cousin, holte mich in Moshi ab und wir fuhren gleich nach Mweka ins College of African Wildlife Management. Dort studiert Prince Felix, ein junger Mann, der seit der Primary school vom Projekt gefördert wird. Ich habe mich sehr gefreut, ihn kennenlernen zu können, da auch ich zu seinen Unterstützern zähle und mir nun ein konkretes Bild machen kann. Die Breite und Intensität der Ausbildung an diesem College hat mich wirklich beeindruckt! Weiter ging es nach Nambala, wo ich von Familie Mshana liebevoll aufgenommen und umsorgt wurde. Baraka hatte ein straffes Besuchsprogramm zusammengestellt, dass ich mit Nehemia und Gudila absolviert habe.

Als erstes besuchten wir die Secondaray School in Kikwe. Dort durfte ich 2015 bei der Grundsteinlegung für das Mädchenhostel dabei sein – nun konnte ich es fertiggestellt und bewohnt bewundern! Ich war froh, dass nach zwei Jahren Betrieb alles noch so gut aussieht, funktionstüchtig ist und gepflegt wird, was in Afrika nicht selbstverständlich ist. Auch die von den Naturfreunden initiierte Verbrennungsanlage für Hygienematerial ist in Betrieb und die renovierten Klassenräume sind in einem guten Zustand. Die Lehrer berichteten aber von neuen Problemen: so wird die Zahl der Anfänger in Kikwe von bisher 160 jetzt auf 200 Schüler steigen. Die neue Regierung habe erklärt, dass der Schulbesuch für alle kostenfrei sei. Das führe zu steigenden Schülerzahlen, was ja auch zu begrüßen ist. Aber natürlich stehen keine Mittel bereit, um die Infrastruktur der Schule anzupassen. Außerdem nehmen viele Eltern das Regierungsversprechen zum Anlass, die Abgabe für die Schulverpflegung nicht mehr zu entrichten. Und es entsteht weiterer Bedarf an Betten im Mädchenhostel.

Gudila und Schüler in Nganana

Weiter ging es nach Nambala in die Primary School, wo wir die neu eingerichtete Bibliothek besichtigten. Obwohl es an diesem Tag in die Ferien ging wurde die Bibliothek von eifrigen Schülern genutzt! In Nganana wurden uns stolz die Wandbilder und Poster präsentiert, die Annkathrin aus Berlin im Sommer dort für den Unterricht gemalt hat. Gudila befragte die vom Projekt besonders unterstützten Kinder nach ihrer aktuellen Situation und ihren Bedürfnissen. Nebenbei berichtet sie mir über ihre Arbeit in der Hygieneberatung und sexuellen Aufklärung. Es ist erschreckend, was für Wissensdefizite und falsche Mythen in Bezug auf Sexualität und Menstruationshygiene in Tansania bestehen! Die jungen Mädchen sind oft völlig auf sich allein gestellt und mit dem Einsetzen der Menstruation total überfordert. Gudila arbeitet mit sehr viel Einfühlungsvermögen, Engagement und Überblick daran, hier das notwendige Wissen nicht nur an die Frau, sondern auch an den Mann zu bringen. Eine wirklich toughe Frau, die mich stark beeindruckt hat!

Hausprojekt Unambwe

Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfe in diesem Jahr ist die Unterstützung der Familie Unambwe. Die vier Kinder habe ihre Eltern verloren und lebten unter unwürdigen Bedingungen in einer baufälligen Hütte. Mit Projektmitteln konnte ein neues Haus für die Älteste der Geschwister Hilda, ihren Sohn Jovin, ihre Schwester Lydia und ihren Bruder Isak fertiggestellt werden. Die Jüngste, Maurean, ist an AIDS erkrankt und lebt derzeit bei einer Tante wo sie ernährungstechnisch und medizinisch besser versorgt werden kann. Die Geschwister haben das neue Haus bezogen und eingerichtet, aktuell ist die Außentoilette noch im Bau, aber kurz vor der Fertigstellung. Aus der alten Hütte ist ein Hühnerstall geworden. Über das Projekt soll die Familie eine Anzahl Hühner erhalten, um durch Zucht und den Verkauf von Eiern ein kleines Einkommen zu sichern und in Zukunft ohne fremde Hilfe leben zu können.

Hilda und Jovin

Es waren drei sehr intensive Tage und ich danke Ecki und Baraka, dass sie mir diesen Einblick ermöglicht haben. Wie schon bei meiner ersten Reise war ich wieder sehr beeindruckt von der breiten Hilfe, die durch FRI-SUCODE der Region zugutekommt und die deutlich sichtbare, positive Ergebnisse zeigt. Dies ist nur möglich durch das große Engagement aller Beteiligten!

Ich freue mich schon auf meine nächste Reise nach Tansania!

Bis bald,

Euer Ingo

Neuigkeiten – Juni 2018

Annkathrin gerade in Nambala vor Ort

Annkathrin

Ich bin Annkathrin, 18 Jahre alt und aus Berlin. Ich arbeite gerade an dem Projekt in Nambala.

Insgesamt bin ich 7 Monate in Afrika unterwegs, mehr als 3 Monate davon verbringe ich beim Hilfsprojekt „Nambala-Help“ zusammen mit Baraka. Begonnen habe ich im Januar 2018 mit einem Aufenthalt auf Sansibar, dann bin ich Ende März nach Nambala weiter gereist. Hier habe ich mich eingelebt und die Familie Mshana kennen gelernt, musste jedoch dann Tansania wegen meines Visas für einen Monat verlassen. Nun bin ich seit Mai wieder in Nambala und genieße es sehr.

Anfangs habe ich zusammen mit Nehemia viele Hausbesuche gemacht, nun helfe ich in der Nambala Primary School. Da ich leidenschaftlich gerne male, haben wir uns dafür entschieden, dass ich künstlerisch tätig werde und seitdem zeichne ich Landkarten, Poster und alle Organe der Körpers (etc.), damit die Lehrer die Plakate für ihren Unterricht benutzen können.

Mehr könnt ihr sehr gerne in meinem Blog lesen: https://esistischaufreisen.wordpress.com/

Eure Annkathrin


Das SECOND – Projekt der Naturfreunde Dresden e.V.: 13.000 EURO für „Nambala-Help“

Die Idee zum SECOND-Projekt entstand im Mai 2017. Damals waren Baraka, Naki, Gudila und Petronila zum Fachkräfteaustausch in Deutschland. In Dresden ergab sich die Möglichkeit, mit Vertretern der Sächsischen Staatsregierung zu den Themen Bildung, Gesundheit und Entwicklungspolitik ins Gespräch zu kommen. Dabei erfuhren wir, dass der Freistaat Sachsen nunmehr auch Entwicklungshilfeprojekte fördert.
Wir konnten uns vorstellen, einen Förderantrag zu stellen, um damit die Möglichkeit zu nutzen das „NAMBALA-HELP“ Projekt wieder ein Schritt voranzubringen. Doch von der ersten Idee hin zur Projektentwicklung und Antragstellung bis zur Bewilligung des Projektes war es noch ein langer Weg.
In einem ersten Schritt haben wir die NaturFreunde Dresden e.V. dann im Sommer 2017 gemeinsam mit Baraka und seinem Team das SECOND-Projekt entwickelt.

Second-Projekt

SECOND-Projekt steht für „Substained Education trough Community Devolopment“. Übersetzt bedeutet dies soviel wie „Nachhaltige Erziehung durch Gemeinschaftsentwicklungsprojekte.“ Dahinter steht die Erfahrung aus den bisherigen Nambala-Help Projekten, dass eine nachhaltige Bildung nur dann wirklich erfolgreich sein kann, wenn gleichzeitig auch die Eltern in die Lage versetzt werden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, damit die Kinder und Jugendlichen gesund aufwachsen und sich altersgerecht entwicklen können.

Das SECOND-Projekt besteht aus vier Teilprojekten, die ineinander greifen: Das sind Bildungsprojekte; Projekte zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation; Projekte zur Ernährung und Projekte zur gesundheitlichen Aufklärung.

Im September 2017 war es dann soweit – wir haben den Antrag bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken, die für Förderung von Entwicklungshilfeprojekten in Sachsen zuständig ist, eingereicht. Eine Hürde galt es vor der Antragstellung noch zu überwinden. Denn damit die NaturFreunde Dresden e.V. diese Projektgelder überhaupt beantragen konnten, war ein nicht unbedeutender Eigenanteil zu erbringen, die sogenannten Kofinanzierungsmittel.
Die NaturFreunde Dresden e.V. haben 3.279 Euro aus eigenen Mitteln für das Projekt zur Verfügung gestellt. Damit konnten dann beim Freistaat Sachsen 9.838 EURO Fördermittel beantragt werden. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wie groß die Freude Anfang November 2017 war, als der eingereichte Projektantrag von der Stiftung Nord-Süd-Brücken und dem Freistaat Sachsen bewilligt wurde. Bedeutete dies doch: Insgesamt können 13.117 EURO in das SECOND-Projekt fließen.
Das bedeutet aber auch, dass Baraka und seinem Team in Nambala nur zwei Monate Zeit zur Umsetzung der ambitionierten Ziele Zeit blieben.
Grund für diesen Zeitdruck war, das geförderte Projekte bis zum Ende des Haushaltsjahres abgeschlossen sein müssen. Es ist unbeschreiblich, was FRISUCODE in dieser kurzen Zeit auf die Beine gestellt haben:

Klassenraum

Da ist zunächst einmal die Renovierung von vier Klassenräumen. Viele von Euch waren ja schon einmal vor Ort und wissen, in welchem teilweise düsteren und beengten Räumen die Kinder lernen müssen. Mit den Mitteln des SECOND-Projektes konnten vier Klassenräume renoviert werden, in Nganana und Nambala. Zudem wurde auch die Schulbibliothek ausgestattet. Endlich können die Lernmaterialien so aufbewahrt werden, dass hoffentlich alle noch lange Freude an ihnen haben.

Der wesentliche Baustein im Bereich „Verbesserung der Bildung“ im Rahmen des SECOND-Projekts lag aber auf der Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer.
Lernen darf Freude machen. Das setzt bei den Lehrerinnen und Lehrern voraus, dass Sie wissen, wie man bestimmte Lerninhalte altersgerecht vermittelt. Ebenfalls wurde den Lehrrinnen und Lehrern Wissen und Ideen für neue und entwicklungsgerechte Lernmaterialien vermittelt. Mit den Fördergeldern des SECOND-Projektes konnten 25 Lehrerinnen und Lehrer an diesen Weiterbildungen teilnehmen. Ebenfalls teilgenommen haben die örtlichen Bildungsinspektoren, die dann durch regelmäßige Evaluationen an den Schulen überprüfen werden, wie sich das Wissen der Schülerinnen und Schüler verbessert hat. Die Lehrerrinnen und Lehrer, die an den Veranstaltungen teilgenommen haben, sind dazu angehalten, ihr neues Wissen auch mit anderen Lehrern zu teilen, als Muliplikatoren an ihrer Schule zu wirken.

Lehrerfortbildung

Wie wir anfangs schon beschrieben haben, war der Ansatz des SECOND-Projektes nicht nur, die Bildung zu verbessern. Parallel dazu wollten wir mit dem Projekt auch etwas tun, damit sich wirtschaftliche Situtation der Eltern verbessert. Denn mittel- und langfristig muss und sollte es Ziel sein, dass die Eltern nicht nur für ihren Lebensunterhalt und eine gesunde Ernährung sorgen können, sondern auch ihren Kindern die Schulbildung ermöglichen.
So wurden mit den SECOND-Mitteln zwei weitere VICOBA-Gruppen eingerichtet. Hinter dem Begriff „VICOBA“ verbirgt sich ein gemeinschaftlich-genosssenschaftliches System zur Finanzierung von Mikrokrediten. Geschult wurden hier insgesamt 40 Eltern. Die Mitglieder der Gruppen müssen einige Monate sparen. Wenn sie das notwendige Kapital angespart haben, können die Gruppen an ihre Mitglieder kleinere Kredite vergeben. Damit kann sich das Gruppenmitglied ein kleines Unternehmen aufbauen. Für die Vergabe der Kredite gelten die Regeln des Village-Banking. So kontrollieren die Gruppenmitglieder die Gründung und Entwicklung des jeweiligen Kleinstunternehmen, auch um sicherzustellen, dass der Kredit von dem jeweiligen Gruppenmitglied zurückgezahlt werden kann. Mit diesen zwei zusätzlichen VICOBA-Gruppen, deren Ausbildung mit Hilfe des SECOND-Projektes realisiert werden konnte, gibt es nun im„NAMBALA-HELP“ Projekt insgesamt vier Micro-Finanzierungsgruppen.
Für alle Honig-Liebhaber gibt es gute Nachrichten. Demnächst werdet ihr Honig aus der Region um Nambal / Nganana kaufen können. Mit den Fördermitteln des SECOND-Projektes wurden 52 Eltern in Bienenhaltung und Honigherstellung durch regionale Forstbeamte geschult. Und damit es nicht nur bei der Theorie bleibt, konnten 40 Bienenstöcke gekauft werden. Bis der Honig im Glas ist, dauert es ca. vier bis fünf Monate. Es ist davon auszugehen, dass aus jedem Bienenstock ca. 10 kg Honig gewonnen werden kann. Bei einem Verkaufswert von ca. 10.000 tansanische Schilling pro Kilogramm bedeutet das einen Gesamterlös von ca. 100.000 Schilling pro Bienenstock. Das Geschäftsfeld „Bienenhaltung“ stieß in der Region auf großes Interesse, denn es zeigte sich, dass Bienenhaltung ein gutes Wirtschaftsfeld ist, um eigene Einnahmen zu generieren.
Mit den Fördermitteln des SECOND-Projektes wurden zudem einige sogenannte „Sensibilisierungsmaßnahmen“ zu den Themen „Gesunde Ernährung“ und „Hygiene“ durchgeführt.
Im Bereich der gesunden Ernährung wurden insgesamt 213 Mitglieder der Gemeinden Kikwe, Nambala und Maweni erreicht. Erstmals haben die Eltern Informationen über eine gesunde Ernährung erhalten sowie darüber, welche psychischen und physischen Folgen eine Mangelernährung hat. Die Eltern wurden ausdrücklich dazu angehalten, den Kindern mindestens eine Mahlzeit pro Tag (Schulessen) zu ermöglichen.

Verbrennungsanlage

Das Thema „Hygiene“ und hier insbesondere die Menstruationshygiene und sexuelle Aufklärung ist oft noch durch Mythen, Scham und Falschinformationen belegt. Daher war ein weitere wichtiger Aspekt im Rahmen des SECOND-Projektes das Thema im Bewusstsein der Eltern und Schülerinnen und Schülern auf einer sachlichen Ebene zu verankern. Viele der Eltern, Schülerinnen und Schüler – zusammen konnten insgesamt 1050 Teilnehmer erreicht werden – haben erstmals durch das öffentliche Gespräch die Normalität des Themas erfahren können. Im Ergebnis dieser Sensibilisierungsmaßnahmen haben die Eltern sogar darauf bestanden, dass sexuelle Aufklärung und Menstruationshygiene durch die Schulleiter regelmäßig auf die gemeinsame Agenda zwischen Eltern und Schule gesetzt wird. Zudem wurden in den Sensibilisierungsmaßnahmen die Themen Kinderrechte und das Grundrecht auf Bildung thematisiert. Die Eltern wurden angehalten, in ihren Gemeinschaften Spielplätze für die Kinder zu bauen und ihnen auch die Gelegenheit und Zeit zum Spielen zu geben.
Außerdem wurde im Zusammenhang mit der Thematik „Menstruationshygiene“ eine Verbrennungsanlage an der KIKWE -Sekundarschule gebaut.

Wir sind schon gespannt auf unsere nächste Reise nach Nambala, um selbst zu sehen, wie das Projekt vor Ort umgesetzt und gelebt wird.

Norina und Almut
NaturFreunde Dresden e.V.